Das Hebräische Gymnasium in München
(Foto: Privatbesitz R. Melcer / S. Rosenblum, München)
Schulklasse des Hebräischen Gymnasiums in München mit ihrem Leiter Baruch Graubard, um 1950.Das einzige Hebräische Gymnasium der Nachkriegszeit eröffnete im Mai 1946 in München in der Möhlstraße 45 / Ecke Neuberghauserstraße 11. Bis zu 120 jüdische Kinder und Jugendliche konnten hier eine weiterführende Schule besuchen. Der Lehrplan war ganz auf die Auswanderung nach Palästina ausgerichtet. Nach der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 und der erleichterten Emigrationsmöglichkeit in die USA verließen viele Juden die Landeshauptstadt, sodass auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler am Hebräischen Gymnasium deutlich zurückging und dieses Anfang 1951 seinen Betrieb einstellte.
Viele Schülerinnen und Schüler kamen trotz der umständlichen Anreise aus dem weiteren Umkreis Münchens. So auch Ruth Melcer (geb. Cukierman).
Im Interview: Ruth Melcer, Schülerin des Hebräischen Gymasiums
Ruth Melcer (geb. Cukierman) wurde 1935 im polnischen Tomaszów Mazowiecki geboren, überlebte mehrere Konzentrationslager und wurde 1945 in Auschwitz-Birkenau befreit. Ruth Melcer besuchte nach 1946 das Hebräische Gymnasium in München. Nach dem Abitur ging sie für kurze Zeit nach Israel. Heute lebt Ruth Melcer wieder in München.